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Synthetischer Kubismus: Vom Abstrakten zum Konkreten

Donnerstag, August 25, 2016
Synthetischer Kubismus: Vom Abstrakten zum Konkreten

Etwa ab 1912 bis in die 1920er Jahre hinein entwickelten Künstler wie Pablo Picasso, Georges Braque oder Juan Gris den Kubismus weiter. Der Weg führte vom Analytischen Kubismus weg, synthetischer Kubismus war das neue Ideal.

Zusammenfügen statt Zerlegen

Im Mittelpunkt dieser Stilphase, die sich grundlegend von der früheren Phase des Analytischen Kubismus unterscheidet, steht die freie Kombination der Formen. Objekte werden in geometrische Einzelteile zerlegt und anschließend in neuen, ungewohnten Blickwinkeln, die teilweise ineinanderfließen, wieder zusammengefügt. Überwiegt im Analytischen Kubismus die Konzentration auf einen Gegenstand, der in viele einzelne Stücke zerlegt einer neuen mehrsichtigen Betrachtungsweise zugeführt wird, spielt der Synthetische Kubismus mit einer Vielzahl unterschiedlicher Objekte und führt Malerei und Plastik zunehmend zueinander. Die Gemälde werden zweidimensional. Auch die Farbigkeit kehrt auf diesem Weg in die Kunst zurück, die sich von den monochromen Gemälden des Analytischen Kubismus entfernt.

Die Erfindung der Collage

In diese Kunstrichtung fällt auch die Erfindung einer prägenden Kunstform: die Collage. Picasso und Braque begannen, Objekte wie Tapeten, Zeitungsausschnitte, Sägespäne, Sand und ähnliche Materialien auf ihre Gemälde zu kleben und mit anderen Elementen zu vermischen. Die Plastizität der Kunstwerke erreichte dadurch eine bis dato ungekannte Realität, da diese Substanzen plastisch aus den Bildern herausragten. Die Kunstwerke erhielten dadurch einen zunehmend dinghaften Charakter, der Raum für neue Interpretationen und äußerst realistische Bildzugänge ermöglichte.

Foto des Artikelbilds „Fantômas von Juan Gris, 1915“: Eigenes Werk AgnosticPreachersKid, May 31, 2010.