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Das Gedicht im Dadaismus

Freitag, Oktober 2, 2015
Das Gedicht im Dadaismus

Der Dadaismus ist eine der ungewöhnlichsten Strömungen der Gegenwartsliteratur. Er entstand 1916 während des Ersten Weltkriegs in der neutralen Schweiz und verbreitete sich von da aus über Europa bis nach New York City. Die pazifistischen Künstler wollten die damalige Gesellschaft sowie ihre Ideale und Werte, die zum Krieg führten, kritisieren und mit ihren eigenen Werken einen Neubeginn schaffen. Dieser Neubeginn zeichnete sich durch die Zerstörung etablierter Kunstformen aus.

(Bild von User Albrecht Conz on de.wikipediaDada Almanach. Berlin: Erich Reiss Verlag, 1920, S. 53, Gemeinfrei, Link)

Merkmale dadaistischer Laut- und Simultangedichte

Die Werke des Dadaismus sind vor allem absurd, provokativ und satirisch. Die Künstler vertraten die Ansicht, dass die Sprache für Nationalismus und Kriegspropaganda missbraucht wurde und wollten sie daher nicht verwenden. Als wichtigste Formen der Lyrik dieser Zeit gelten Laut- und Simultangedichte. Lautgedichte nutzen statt Wörtern und Sätzen eine verfremdete und zusammenhanglose Sprache, die aus abstrakten Silben ohne Sinn besteht. Bei Simultangedichten, einer Erfindung des rumänischen Schriftstellers Tristan Tzara, handelt es sich um mehrere Lautgedichte. Sie werden gleichzeitig von mehreren Personen vorgetragen.

(Bild by IpipipouraxOwn work, CC BY-SA 4.0, Link)

Bekannte Gedichte des Dadaismus

Zu den wichtigsten Werken des Dadaismus zählt das Lautgedicht „Ursonate“ des deutschen Autors Kurt Schwitters. Der Wiener Künstler Raoul Hausmann schrieb unter anderem das Dadaismus Gedicht „fmsbw“. Weitere bedeutende Werke wie „Karawane“ und „Gadji beri bimba“ verfasste Hugo Ball, der als einer der Gründer der Dada-Bewegung gilt.

Artikelbild by Hist978Own work, CC BY-SA 3.0, Link