Für guten Musikklang in einer kleinen Wohnung brauchen Sie keine speziellen Akustikplatten. Stellen Sie Sitzplatz und Lautsprecher möglichst symmetrisch auf. Schon kleine Verschiebungen verändern den Basseindruck und können Stimmen aus der Mitte rücken.
Den Sitzplatz festlegen
Setzen Sie sich möglichst mittig zwischen die beiden Lautsprecher. Dann erreicht der Schall beide Ohren auf ähnlichen Wegen, und Stimmen und Instrumente wirken meist stabil an ihrer Stelle zwischen den Boxen. Steht ein Lautsprecher näher an einer Seitenwand als der andere, klingt die Musik leicht unausgewogen.
Rücken Sie den Sitzplatz nach Möglichkeit etwas von der Rückwand ab. Direkt an der Wand klingt der Bass oft anders als weiter vorn. Stellen Sie den Sitzplatz als ersten Versuch etwa 38 Prozent der Raumlänge von der Vorderwand entfernt auf. Die 38 Prozent geben einen groben Ausgangspunkt für die Suche nach dem passenden Sitzplatz. Gehen Sie mit dem Stuhl ein Stück vor oder zurück und achten Sie darauf, wo der Bass am gleichmäßigsten klingt.
Lautsprecher als Paar aufstellen
Stellen Sie die Lautsprecher so auf, dass sie mit Ihrem Kopf ungefähr ein gleichseitiges Dreieck bilden: Die Boxen stehen ähnlich weit auseinander, wie jede Box von Ihnen entfernt ist. Richten Sie beide auf den Sitzplatz aus. Lassen Sie links und rechts möglichst gleich viel Platz zu den Seitenwänden und lassen Sie den direkten Weg von den Boxen zu Ihren Ohren frei.
Die Hochtöner, also die Lautsprecher für hohe Töne, sollten sich möglichst auf Ohrhöhe befinden. Wenn die Boxen auf einem Regal stehen müssen, neigen Sie sie leicht zum Sitzplatz, sofern das Modell das zulässt. Ein stabiler Stand hilft ebenfalls: Eine wackelige Ablage kann bei Musik mit kräftigem Bass mitschwingen.
Lautsprecherabstand zur Wand testen
Wenn Lautsprecher nahe an der Rückwand stehen, verändert sich vor allem der Bass. Wie stark, hängt vom Lautsprecher und vom Raum ab. Es gibt deshalb keinen Abstand, der für jede Box und jede Wohnung passt. Wenn Platz vorhanden ist, beginnen Sie mit etwas Abstand zur Wand. Ist das nicht möglich, können die Lautsprecher auch wandnah stehen.
Wichtig ist, dass beide Boxen möglichst gleich stehen. Rücken Sie beide Boxen in kleinen Schritten gemeinsam nach vorn oder hinten und hören Sie jedes Mal dieselbe Musik. Wird der Bass dröhnend, undeutlich oder bei einzelnen Tönen auffällig leise, probieren Sie eine andere Position. Hat ein Lautsprecher eine Öffnung für den Bass an der Rückseite, beachten Sie die Hinweise in der Bedienungsanleitung.
Harte Flächen prüfen
Wände, Boden und Decke werfen Schall zurück. Diese Reflexionen treffen kurz nach dem direkten Schall am Hörplatz ein und können die räumliche Wirkung verändern. Mit einem einfachen Spiegeltest finden Sie Stellen an den Seitenwänden, von denen Schall zurückkommt: Setzen Sie sich auf Ihren Hörplatz und lassen Sie eine zweite Person einen Spiegel an der Wand entlangbewegen. Sobald Sie darin einen Lautsprecher sehen, kann an dieser Stelle Schall zur Sitzposition zurückgeworfen werden.
Probieren Sie dort zuerst eine leicht rückgängig zu machende Änderung aus: Vorhänge, ein Sofa oder ein Bücherregal können harte Flächen teilweise entschärfen. Teppiche und andere Textilien dämpfen vor allem hohe Töne; ein dröhnender Bass verschwindet dadurch nicht automatisch. Bringen Sie nicht einfach überall dämpfende Materialien an. Prüfen Sie nach jeder Änderung, ob Musik und Stimmen noch natürlich klingen.
Mit vertrauter Musik testen
Verwenden Sie für Vergleiche Stücke, die Sie gut kennen. Ändern Sie immer nur eine Sache. So erkennen Sie leichter, welche Änderung den Klang beeinflusst.
- Spielen Sie ein Stück mit einer klaren Basslinie ab. Achten Sie darauf, ob einzelne Töne dröhnen oder ungewöhnlich dünn klingen.
- Hören Sie eine Aufnahme mit einer Stimme, die in der Mitte gemischt ist. Die Stimme sollte ungefähr zwischen den Boxen stehen und nicht deutlich zu einer Seite ziehen.
- Verschieben Sie zuerst den Sitzplatz und prüfen Sie danach bei Bedarf die Lautsprecherposition, damit Sie leichter erkennen, welche Änderung den Klang verbessert.
Wiederholen Sie die Tests mit mehreren bekannten Stücken. Eine einzelne Aufnahme kann durch ihre Abmischung anders klingen als die übrige Musik. Wenn eine kleine Verschiebung den Klang verbessert, behalten Sie die bessere Position bei.


